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Terrakotta-Öfen in Impruneta




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Mario Mariani

Via Capello 29

Diese kleine Brennerei ist einen Besuch wert. Oft kann man Mario Mariani sehen, wie er riesige Blumentöpfe in gänzlicher Handarbeit fertigt. Mit etwas Glück können Sie ihm zusehen, wie er den Holzofen heizt, der den Öfen, die bereits in alten römischen Zeiten verwendet wurden, identisch ist. Thermometer existieren nicht. Er wägt die Temperatur an der weißen Farbe der heißen Töpfe ab. Mario wandte diese traditionellen Techniken an, als er die Ziegel herstellte, die für die Renovierung mehrerer berühmter toskanischer Kirchen verwendet wurden.







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Terrakotta aus Impruneta

Das Mittelalter

Das Wirtschaftswachstum und die Bevölkerungszunahme des 12. und 13. Jahrhunderts begünstigten einen Geschäftszweig, der sich zu der größten Manufaktur Imprunetas entwickeln sollte. Die Bevölkerung nutzte die regionale Tonerde, der zur Herstellung sämtlicher Varianten von Bausteinen und Gefäßen verwendet werden konnte. Somit nahm die Terrakotta-Produktion schon Ende des 13. Jahrhunderts den Rang der wichtigsten Manufaktur ein. Am 23. März 1309 kamen 23 regionale Töpfer zusammen, um Statuten für dieses Handwerk aufzustellen ("Mezzinariorum et urceorum plebatus Sancte Marie Impinete"). In diesem Dokument ist festgehalten, in welcher Form Krüge ("Mezzine"),  für den Transport von Wasser, und Gefäße ("Orci"), für die Lagerung von Flüssigkeiten und Getreide, in der regionalen Produktion eingesetzt wurden. Obwohl sie in den Statuten keine Erwähnung fanden, wurden mit Sicherheit auch sämtliche Formen von Bausteinen und Ziegeln in den selben Brennöfen gebrannt.

Während uns zu wenig Kenntnisse über die regionale Produktion des 14. Jahrhunderts vorliegen, geben Grundbucheinträge des 15. Jahrhunderts darüber Aufschluss, dass sich damals allein im Stadtzentrum von Impruneta 10 Fabriken befanden, die kontinuierlich Produkte fertigten. Darüber hinaus erscheint in den Dokumenten eine Zunahme der  Lieferungen der regionalen Brennöfenbesitzer an die Krankenhäuser und Klöster in Florenz. Ein weiteres deutliches Anzeichen für die Entwicklung im Bereich der Tonwaren ist die Emigration von Handwerkern dieses Metiers. Töpfer von Impruneta haben sich in zahlreichen toskanischen Städten, wie z.B. in San Gimignano, Asciano und Anghiari, und später auch in Rom niedergelassen.

Die Entwicklung der Techniken bei der Gefäßherstellung

Im 16. Jahrhundert festigte sich die Verbindung des florentinischen Marktes und der Brennöfen in Impruneta und, während die Produktion von Haushaltsgegenständen ("Mezzine" und Schalen) zurückgefahren wurde, gab es einen Produktionsanstieg im Bereich "Lagergefäße für Olivenöl". Auch Gartenobjekte aus Terrakotta, besonders große Blumenübertöpfe, wurden hier hergestellt.

Die Entwicklung der Landwirtschaft in der Toskana und insbesondere der verstärkte Anbau von Olivenbäumen (aufgrund der Verbreitung der Methode der Entrichtung einer Pacht durch einen Teil der Ernte und dem  Einrichten von Bauernhöfen), führte dazu, dass immer mehr Olivenölkrüge benötigt wurden und brachte außerdem mit sich, dass diese Krüge im Laufe der Zeit ihre Form veränderten. Da man nun eine größere Menge an Öl lagern wollte, wurden die Krüge insgesamt wesentlich größer.

Zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert erreichten diese "Orci" ein  immer beeindruckenderes Aussehen, was eine anspruchsvolle Manufakturtechnik erforderte. Das Zusammenspiel der großen Kompetenz, die die Brennöfenbesitzer bei der Umwandlung ihrer Produkte an den Tag legten, und der erstklassigen Qualität der regionalen Tonerde, die dazu verhalf, dass die Gefäße schöner und strapazierfähiger waren als die anderer Produktionszentren, resultierte schließlich in dem großen Erfolg der Tonwarenproduktion von Impruneta.

Die Dynastien der Brennöfenbesitzer

Kürzliche Bemühungen, die Stammbäume dieser Brennöfenbesitzer nachzuverfolgen, machten die Etablierung von Dynastien unter den Töpfern offenkundig, die sich kontinuierlich an die Familien Casini, Boncioli und Brandi anschlossen und für die es für das 14. und das 15. Jahrhundert Dokumente gibt.

In vielen Fällen wurde eine Erweiterung verschiedener Zweige der gleichen Familien aufgezeichnet. Im 16. Jahrhundert tauchten die ersten der berühmten Nachnamen auf, wie z.B. Cicali, Codacci, Falciani (bildeten zusammen die Mehrzahl) und Vantini, während in den folgenden Jahrhunderten andere Namen Bedeutung erlangten, wie z.B. Lottini, Poggi, Scacciati, Soderi und Vanni. Ab dem 18. Jahrhundert schließlich kann man die Familiengeschichte der Agresti, Montauti-Danti und der Ricceri nachverfolgen.

Vom Beginn der Moderne bis zum heutigen Tag

In der Periode zwischen dem 17. und dem 18. Jahrhundert lernten die Brennöfenbesitzer, ihre Arbeiten zu verfeinern, indem sie eine Bleiglasur hinzufügten, die zwar von hoher Haltbarkeit war, sich jedoch nicht ohne weiteres als Überzug anbringen ließ.

Die Erhebung des Großherzogs im Jahre 1768 zeigt auf, dass in der Zeit zwischen 1764 und 1768 jedes Jahr mindestens 736 Ölkrüge, über 500 "Pflanzen- und Blumentöpfe", 700 Schalen und die gleiche Anzahl große Pflanzentöpfe sowie ca. 120 Töpfe für Zitronenbäume  und mindestens 6 Terrakotta-Statuen hergestellt wurden.

Im 19. Jahrhundert erfuhr die Terrakotta-Industrie von Impruneta ein ganz erhebliches Wachstum. Es entstanden neue Dynastien von Brennöfenbesitzern (Parenti, Manetti, Nistri, Malavolti und Bianchi) und darüber hinaus war das Zeitalter der Mechanisierung angebrochen, was sich vor allem auf die Herstellung von Bausteinen und Fliesen auswirkte. Als 1881 in Italien die Industrialisierungsphase begann, gab es in Impruneta 22 Terrakotta-Fabriken, wobei die wichtigste davon die der Familie Agresti war.

Biblioteca Laurentiana, Florenz

Die Bibliothek wurde von Cosimo dem Älteren (von der Familie der Medici) gegründet und unter seinem Sohn Piero und seinem Enkel Lorenzo (der Prächtige) erheblich ausgebaut. Nach einigen Ereignissen (inklusive dem Umzug des gesamten Inventars nach Rom) wurde Michaelangelo von einem Medici-Papst (Clemens VII) beauftragt, die heutige Bibliothek zu entwerfen und zu bauen. Die Arbeiten wurden im Jahr 1524 unter der Leitung von Michelangelo aufgenommen und von seinen Schülern, darunter Giorgio Vasari und Bartolomeo Ammannati, vollendet. Das von Michelangelo entworfene Vestibül der Bibliothek, gilt als eines der ersten Beispiele  der manieristischen Architektur und als ein Vorläufer des Barock. Man geht davon aus, dass die roten Terrakotta-Fliesen, die in der Bibliothek verlegt wurden, aus Impruneta stammen. Die weißen Fliesen, die in dem Entwurf enthalten sind, stammen wiederum von Montelupo Fiorentino, einem weiteren bedeutenden florentinischen Keramikzentrum.


























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Anna Maria Baldini